Nur noch Wolken am Himmel

Während uns der Frühling derzeit mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und einem leuchtend blauen Himmel versorgt, hängen über der IT Branche zunehmend mehr Wolken. Dabei spreche ich nicht über das Wetter, sondern viel mehr über die “cloudifizierten ” Softwareprodukte, die wie Pilze aus dem Boden sprießen oder wie Quellwolken am Himmel entstehen. Alle diese Softwareprodukte sind auf das Thema Cloud Computing ausgerichtet, tragen das Buzzword im Produktnamen oder gehören zu einer ganzen “Cloud Softwareproduktfamilie”. Allen gemeinsam ist, dass sie laut Herstellerversprechen, den Unternehmen die Cloud ins Haus bringen, die IT für Cloud Computing “enablen” oder sogar die IT Administration “arbeitslos” machen, da sie schlichtweg alles in der IT vollständig automatisieren können.

Standen Unternehmen noch vor kurzem mit Fragezeichen vor dem Thema Cloud Computing, weil nicht genügend Klarheit bestand, so stehen sie heute vor einer Produktüberflutung, die weitere Unsicherheit hinzufügt. Sicherlich, über das Grundkonzept des Cloud Computings sind sich die Experten einig und es werden auch Anstrengungen zur Aufklärung der Kunden massiv betrieben. Jedoch wird der Grundgedanke des Cloud Computings dabei zunehmend für die optimale Produktpositionierung scheinbar verzerrt.

Zurück bleiben vermeidlich die Kunden mit ihren Fragen: Welche Technologien, welche Funktionalitäten und welche Produkte braucht es, um von den propagierten Nutzen des Cloud Computing zu profitieren? Eines ist klar, die Marketing-Maschinerien der Softwarehersteller laufen mal wieder auf Hochtouren. Doch Aufklärung sollte sicherlich anders aussehen?

Noch irgendwelche Fragen?

Die bei den Unternehmen weiterhin bestehende Skepzis und Verunsicherung wird zusätzlich dadurch verschärft, dass die Hersteller einige der wesentlichen Fragen bewusst außer Acht lassen, um Ihre Produktverkäufe nicht unnötig auszubremsen. Dies wäre nämlich die Konsequenz aus der ganzheitlichen Beantwortung dieser kritischen Fragen. Dann würden Unternehmen unter Umständen die wahre Komplexität und die eigentlichen Herausforderungen des Cloud Computing Modells erfassen.

Hier sind einige dieser “kritischen” Fragestellungen:

  • Ist Cloud Computing ein technologie- oder produktgetriebenes Thema?
  • Was sind die wirklichen Kostentreiber für das Cloud Computing, die ich in meiner spezifischen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beachten muss?
  • Wie sieht die Roadmap hin zu einer hochflexiblen und skalierbaren Xcloud* aus? Welche Anforderungen und Voraussetzungen müssen dafür beachtet und geschaffen werden?
  • Mit welchen organisatorischen Änderungen / Ansprüchen muss ich mich während der Planung und dem späteren operativen Betrieb auseinandersetzen?

Einige der oben aufgeworfenen Fragen habe ich bereits in anderen Blogbeiträgen aus meiner Sicht der Dinge beantwortet, zu den anderen werde ich in nachfolgenden Beträgen Stellung nehmen.

* Anmerkung: Da der Begriff der Xcloud noch nicht so sehr stark verbreitet und erklärt ist, will ich noch kurz mein Verständnis dazu wiedergeben. Zuerst, mit Xcloud referenziere ich nicht auf den Cloud Service von xcloud.me. Ich beziehe mich viel mehr mit dem Begriff auf die evolutionäre und folgerichtige Weiterentwicklung der “einfachen” Cloud, die einen bestimmten Typ von Service anbietet. Die Xcloud beschreibt das Modell einer flexiblen Cloud Computing Plattform, die unterschiedlichste Typen von Cloud Services aus einer einzigen und einheitlichen Cloud Infrastruktur anbietet (Standardtypen: IaaS, PaaS, DaaS, SaaS). Dabei erweitert sich das Cloud Computing Modell um die Modularität, Wandelfähigkeit und der Konzeptionen des Mass Customization, die man unter anderem aus den modernen Produktions- und Fertigungsverfahren der Automobilindustrie kennt.


Über den Autor

Björn Bredenkamp ist IT-Architekt und Vortragsredner. In seiner täglichen Praxis berät er Unternehmen hinsichtlich der Optimierung von IT-Systemlandschaften und -Betriebsmodellen.

Als reisender Geschichtenerzähler spricht er in seinen Vorträgen unter anderem über die akuten Herausforderungen in der Cloud. Als Unternehmensberater mit langjähriger Erfahrung, drehen sich seine Vorträge auch um die wundersame Welt der Professional Excellence; eine Arbeitsweise und Einstellung zur Dienstleistung, die nicht nur einem IT-Berater gut steht. Weitere Informationen finden Sie im Bereich “Über den Autor“.

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One Response to Wolkenbruch

  1. Guter Blog.
    Darin stellst du auch die Frage nach den Rahmenbedingungen in Richtung Xcloud.
    Das ist, glaube ich, für die meisten Unternehmen allerdings noch viel zu weit weg. Es geht aktuell doch eher darum, das Bewusstsein zu schaffen, das notwendig ist, um die “Standard-Cloud” zu verstehen und zu betreiben.
    Sicherlich sollte auch im Hinblick auf mögliche Erweiterungsszenarien der Ansatz der Xcloud nicht vergessen werden. Das ist aber für mich – das ist meiner Erfahrung bislang – doch noch sehr weit weg, sowohl zeitlich als auch – und das ist der kritischere Punkt – vom Verständnis her.

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